Das Ende einer Ära: Kommandant Gaus geht in den Ruhestand

Kommando übergeben: Stefan Maier (l.) folgt auf Peter Gaus (r.). Für die Amtsübergabe hat Bürgermeister Andreas Rödl seinen Urlaub unterbrochen. © Dominik Bartl

Siehe auch Bericht im Garmischer Taglatt am 18.08.2020:
https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/oberammergau-ort29187/feuerwehr-oberammergau-gau-geht-in-den-ruhestand-90025353.html

Mit seinem Eintritt in den Feuerwehr-Ruhestand geht am 17.08.2020 die Ära Peter Gaus in der Geschichte der Oberammergauer Feuerwehr zu Ende.

Am 10.03.1969 trat Peter Gaus der Feuerwehr Oberammergau bei und blieb ihr bis zum Ruhestand treu. Die gesetzlichen Vorgaben erlauben den aktiven Feuerwehrdienst bis zum 65. Lebensjahr. Diesen neuen Lebensabschnitt beschreitet Gaus nun, der seinen 65. Ehrentag am 17. August feiern durfte.

Gaus kann auf einen langen Werdegang in der Feuerwehrgeschichte zurückblicken. Als einer der Ersten trat der Feuerwehrmann in die Jugendfeuerwehr ein. Damals wurde die Jugendgruppe erstmalig ins Leben gerufen. Seitdem gab es für den selbstständigen Elektromeister kein Leben mehr ohne die Feuerwehr. Fortan ging es bergauf – 1980 wurde er zum Löschmeister befördert, 1984 zum Oberlöschmeister und 1986 zum Brandmeister ernannt. Im Jahre 1986 konnte er die Wahl zum 2.Kommandant für sich entscheiden und wich dem damaligen 1.Kommandanten Helmut Fichtl nicht von der Seite. Dieser verstarb unerwartet im Passionsjahr 1990. Gaus übernahm kommissarisch seine Funktion und führte die Feuerwehr, als auch die Passionsfeuerwehr durch das restliche Jahr.

Im Januar 1991 stellte sich Gaus der Kommandantenwahl, die er letztendlich auf sich vereinen konnte. Seitdem führte Peter Gaus die Stützpunktfeuerwehr im Passionsdorf. Auch im Feuerwehrverein stellte sich Gaus von 1988-1991 als 1.Vorsitzender zur Verfügung. In den Jahren 2000 und 2010 führte der Kommandant wieder die Passionsfeuerwehr. Hier war er von Beginn an in die Planungen eingebunden und hatte die Gesamtführung der Passionsfeuerwehr inne. Sein Eintritt in den Ruhestand sollte mit der Passion 2020 gipfeln, welche aber aufgrund der Corona-Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben wurde.

Das alles reichte Gaus aber noch nicht. Der Vollblut Schutzmann engagierte sich auch auf Kreisebene in der Inspektion des Landkreises. Im Jahr 1991 wurde er zum Gebietskreisbrandmeister ernannt und betreute seit dem das ganze Ammertal. Seine Funktion als Kreisbrandinspektor kam 2007 hinzu und so wurde er im gleichen Atemzug auch ständiger Vertreter des Kreisbrandrates Johann Eitzenberger. Bis zu seinem Ruhestand führte Gaus diese Aufgaben aus.

Der Feuerwehr-Ruheständler kann auf eine lange Vergangenheit in der Feuerwehr zurückblicken. Bei den Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1999, 2002 und 2005 stellte sich der Einsatzleiter seinen Aufgaben. Beim Großbrand im Schloss Elmau konnte man Gaus in der Einsatzleitung finden aber auch beim G-7 Gipfel in Elmau im Jahr 2015 kümmerte er sich, zusammen mit seinen Oberammergauer Kammeraden um den Hubschrauberlandeplatz für die Staatsgäste aus aller Welt. Die höchste staatliche Auszeichnung erhielt Gaus im Jahr 2013. Hier wurde ihm das Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens verliehen. Im vergangenen Jahr wurde er zudem von der Gemeinde Oberammergau mit der Ehrenplakette in Gold ausgezeichnet, das Ehrenzeichen in Gold bekam er vom Landkreis noch oben drauf.

Am vergangenen Sonntagnachmittag war es soweit, das Zepter wurde an seinen Nachfolger Stefan Maier übergeben. Die Amtsübergabe war dem 1. Bürgermeister Andreas Rödl sehr wichtig, deshalb kam er trotz Urlaub um Peter Gaus persönlich für sein Engagement zu danken und ihn in den Feuerwehr-Ruhestand zu verabschieden. Für Rödl ging es im Anschluss gleich weiter nach Bad Kissingen, dort muss er einen Lehrgang für neugewählte Bürgermeister absolvieren. Sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen, wird Gaus bei einer kleinen Feierlichkeit verabschiedet. Was Peter Gaus ab sofort mit seiner freien Zeit anstellt, konnte er noch nicht sagen. „Der Kampf um die Fernbedienung ist zuhause schon entbrannt“, so Gaus. Auch den Platz auf der Couch muss seine Frau Susanne in Zukunft mit ihrem Mann teilen.

Dominik Bartl
Quelle: medienpics.de